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Modellvorhaben Stärkung der Selbstständigkeit von Schulen

Geschrieben von Dr. Dieter Rauchfuß 

Modellvorhaben „Stärkung der Selbstständigkeit von Schule"
MoSeS

Auswertung für die Schulkonferenz in Durchschrift an das Kollegium und die Elternkonferenz

Mit der Überreichung einer Urkunde an die Schule durch Minister Rupprecht und der Präsentation eines Ergebnisberichtes der wissenschaftlichen Begleitung (durch das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung) zum Abschluss des Modellvorhabens endete „MoSeS", an dem das Helmholtzgymnasium seit 2003 teilgenommen hat. Das Modellvorhaben hatte das Ziel, über „verbesserte Entscheidungsbefugnisse der Schulen die Qualität der schulischen Arbeit..(zu verbessern) ...und die Attraktivität der Schule als Lern- und Lebensort für die Schülerinnen und Schüler" zu stärken. Dieser Bedeutungszuwachs der einzelnen Schule sollte sich auf vier Entscheidungsfeldern realisieren:

 

1. Personalrechtliche Befugnisse

Der Schulleiter kann zusätzliche Aufgaben eines Dienstvorgesetzten wahrnehmen. Er gibt Arbeitsverträge heraus, die Schule kann Stellen ausschreiben und hat ein Mitspracherecht bei Umsetzungen. Diese Mitspracherechte sind wertvoll, kamen allerdings nur in bedingtem Umfang zum Tragen, weil die Stellensituation des Landes Grenzen setzt. Die Schule schrieb eine Stelle aus, wirkte bei der Besetzung von zwei Stellen mit und initiierte eine Vielzahl von Aufstockungen im Rahmen der vom Schulamt zur Verfügung gestellten Möglichkeiten. Sie wirkte allerdings auch bei der Abgabe von zwei Kollegen an andere Schulen mit.

Die anderen personalrechtlichen Befugnisse mussten nicht zur Anwendung gebracht werden, da weder Abmahnungen, noch Kündigungen, noch Dienstaufsichtsbeschwerden zu bearbeiten bzw. durchzuführen waren. Mangels vorhandener Leistungsprämien und -zulagen konnten derartige Anreize nicht wirken.

 

2. Sach- und Personalmittel

Das Vorhaben ist durch die langfristige Zielsetzung bestimmt, Sachmittel im Vermögens- und Verwaltungshaushalt für die Schulen zu budgetieren, Positionen im Verwaltungshaushalt gegenseitig deckungsfähig zu gestalten und Haushaltsmittel des Landes und des Schulträgers zusammenzulegen.

Hier hat sich in den vergangenen Jahren wenig verändert, wohl auch, weil die Stadt Potsdam recht früh die Budgetierung ansatzweise eingeführt und die Deckungsfähigkeit im Verwaltungshaushalt realisiert hat.

Vom Grundsatz her können alle Schulen Einblick in Haushaltsbilanzen nehmen. Eine Bevorzugung der MoSeS-Schulen ist nicht zu erkennen. Das Haushaltsverfahren erscheint der Schule weiterhin als schwerfällig. Die erwünschte Selbstständigkeit ist nur in Ansätzen erreichbar. Eine direkte Einsicht in die Konten der Schule im HKR der Stadt bzw. eine direkte Einbuchung in städtische (Unter-)Konten sind für die Schule nicht möglich. Die Einführung der Doppik-Rechnungslegung schuf eine gänzlich neue Situation.

Von Interesse ist für die Schule die Kapitalisierung von Stunden. Hier hängt es oft von der Findigkeit der Schule ab, Lücken im Personaleinsatz zu kapitalisieren, ohne dass die Arbeitsverträge der Kollegen und Kolleginnen verletzt werden. Die anfänglich seitens des MBJS zusätzlich bereitgestellten Summen als „Begrüßungsgabe" im Modellvorhaben wurden auf Null reduziert. Deshalb kommt der Möglichkeit der Kapitalisierung besondere Bedeutung zu. Die Schule hat mit kapitalisierten Geldern insb. im unterrichtsergänzenden fakultativen Angebot ihren Schülerinnen und Schülern viele attraktive Arbeitsgemeinschaften anbieten können. Sie hat einen Teil der Gelder auch für Zwecke der Fortbildung eingesetzt.

Im Gegensatz zu Berlin werden regulär der Schule zugewiesene Stunden nicht kapitalisiert und für Vertretungsstunden aufgewendet. Die Schule verfügt über kein Reisekostenbudget.

3. Wirtschaftliche Tätigkeit der Schule

Der Ergebnisbericht der wissenschaftlichen Begleitung verdeutlicht, dass allgemeinbildende Schulen kaum Gelegenheit haben, wirtschaftlich tätig zu werden. Ihre Aktivitäten erschöpfen sich meistens im Vermieten von Räumen - die Helmholtzschule hat insgesamt wenig von dieser Möglichkeit profitiert. Bei der Ausgabe von Spendenbescheinigungen durch Schulen sind viele Schulträger, auch die Stadt Potsdam, nicht bereit, dieses Recht der Schule zuzugestehen.

4. Schulverfassung

MoSeS-Schulen können abweichende Formen der Mitwirkungsrechte wahrnehmen. Die Schule hat Variationen wie den Finanzausschuss eingesetzt, doch waren mit Ablauf der anfänglich zur Verfügung gestellten MoSeS-Mittel die Verteilungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Zudem wurde die Schulkonferenz regelmäßig informiert, so dass dieser Konferenz aufgrund ihrer übergreifenden Kompetenz Priorität zukam. Mit dem Schuljahr 2007/2008 wurde ein konsultatives Gremium, der Leitungskreis, geschaffen, der offene Fragen zum Schulbetrieb diskutieren und den schulischen Gremien Lösungsvorschläge unterbreiten soll.

Ein erhebliches Gewicht kommt dem Lehrerrat zu. Alle personellen Veränderungen bedürfen der Mitwirkung bzw. Mitbestimmung. Der Lehrerrat muss allerdings auch unangenehme Vorgänge wie die Abgabe von Kollegen bearbeiten. MoSeS sollte darüber hinaus Schulen darauf orientieren, die Kooperation mit außerschulischen Partnern voranzutreiben. Das Modellvorhaben knüpfte damit an ohnehin laufende Bemühungen der Helmholtzschule an. Mit O2, DaimlerChrysler und jetzt der Boston Consulting Group bemüht sich die Schule um die Vertiefung ihrer Verflechtung mit der Wirtschaft.

 

Fazit: MoSes stellt den Schulen ein vernünftiges Instrumentarium zur Verfügung, doch stehen rechtliche Bedenken, Probleme der Schulträger und fehlende Mittel sowie die Personalsituation des Landes begrenzende Faktoren dar. Die personellen Mitwirkungsmöglichkeiten sind das wertvollste Gut.

 

Überblick über außerunterrichtliche Aktivitäten (2007/2008)

Finanziert durch eine Spende von DaimlerChrysler zur Förderung der Naturwissenschaften:

  • Mathe AG, Klasse 5
  • Informatik AG, Klasse 7
  • Mathematik AG, Klasse 7

Finanziert durch den Freundeskreis

  • Rhetorikseminar, Sek. II
  • Rhetorikseminar, Klasse 10


Finanziert durch kapitalisierte MoSe-Mittel

  • Französisch AG (Theater)
  • Pop-Chor-Betreuung
  • Theater AG


Eigenmittel

  • Chinesisch AG
  • Bili(ngualer) Club
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